12.10.2017

Bauernhoffest 2017

Das Bauernhoffest 2017 - Tierisch gut!

Wie es bei den Fachmenschen im Haus Christophorus nach wichtigen Ereignissen üblich ist eine Erfolgsbilanz zu ziehen, so scheint das auch –nicht ganz ungewöhnlich bei so viel tierischer Kompetenz -  auch bei unseren tierischen therapeutischen „KollegInnen“ der Fall zu sein.

 

Der Leitung  des Haus Christophorus wurde natürlich das offizielle Teamprotokoll zur weiteren Qualitätsverbesserung zur Verfügung gestellt. Jedoch kann ich auf ein fast vollständige Sprachaufzeichnung der Teamsitzung (Protokoll der Teamsitzung vom 22.06.2017; anwesend: Hexe, Krümel, Johann, Wicky, Safira; Verteiler: HPR, HC-Leitung, Bauernhof) zurückgreifen und dem interessierten Publikum in den verschiedenen Passagen vorstellen:

 

Hexe: ….. also habt ihr schon gehört, mir kommen in die Zeitung…

 

Krümel: Nein, wir sollen einen Artikel für die cts-Kontakte und die Internetseite vom HC schreiben.

 

Hexe: Was soll dann alles in den Artikel rinkommen?

 

Wicky: Also das ist doch ganz klar: wie toll unser Fest am Sonntag war.

 

Johann: Ich hann mir schon so ein paar Gedanken gemacht.

 

Wicky: Ei, dann sag doch!

 

Johann: Ich denke, es sollte klar sein, dass es jo net nur ein ganz tolles Bauerhoffest war, sondern auch ein Jubiläum. Nämlich unser Silber-Jubiläum. D.h. wir müssten als auch unsere Ehemaligen entsprechend würdigen. Das macht man halt so.

 

Hexe: Wat heißt denn das?

 

Johann: Ai ja; vor 25 Jahren wurde ja net nur die Gruppe 2 auf dem Bauernhof-Gelände eröffnet, sondern auch das Therapeutische Reiten und der Kinderbauernhof feierlich mit einem Fest vorgestellt.

 

Safira: Das es uns solange gibt, han ich jo ga net gewusst. Johann, an was du dich so alles erinnerst.

 

Johann: Damals hat es uns ja ach not gar net genn. Und dein Eltern han do ach noch net an dich gedacht. Aber ich hann damals,  als ich noch das Küken in der Mannschaft war, halt gud aufgepasst, was die Alten damals so erzählt haben.

 

Hexe: Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Und viele werden sicherlich auch nicht mehr wissen, dass hier schon ganz hohe Tiere ihr Arbeit geschafft hann: ich kann Euch ja nur mal sagen: Jolly Jumper, Gorbi, Arafat, um mal die Bekanntesten zu nennen. Und dann noch:  Lümmel, Filou, Sascha, Blessa und Murphy.

 

Safira: O legg, der Jolly vom Lucky Luke – und dann noch Gorbi, etwa der berühmte Gorbatschow aus Rußland... und Arafat der Palästinenser? Ihr wart ja damals richtig international im Haus Christophorus.

Johann: Ei Safira, nein, das sind unsere ehemaligen Kollegen gewesen. Nichts weltberühmtes, sondern ganz normale Tiere wie du und ich. Und richtige gudde Schaffer. Und zu den Menschen, kommen wir ja noch gleich.

 

Wicky: Und jetzt sind mir halt da, und mir sind ja auch eine richtige gute Mannschaft.

 

Safira: Und wer hat von den Menschen mit uns zusammengeschafft?

 

Johann: Ei, ich hann doch am Sonntag die Frau Scherer von der cts in Saarbrücken gesehen, und auch noch ein paar Ehemalige, die die Idee damals hatten und hier vor Ort das alles auf die Beine gestellt haben. Nämlich der „Stocki“, da Metzinger Harald und et Judith war sogar aus der Eifel an ihre alte Arbeitsstelle zu Besuch komm.

 

Wicky: Okay und was müssen wir vom Fest berichten?

 

Johann: Da habe ich mir folgendes gedacht, wir müssen das Musical in den Vordergrund stellen: so viele Kinder und so viele Erwachsene, die das alles gemanagt hatten, die schöne Musik, und vor allem die ganz romantische Liebesgeschichte … und natürlich wir. Weil im Unterschied zum „König der Löwen“ in Hamburg, haben wir hier in Wallerfangen geschafft, richtige Tiere auf die Bühne zu bringen. Do können die in Hamburg einfach ach noch gar net mithalten. Un außerdem hann die auch keine Gabi, die mit Krümmel die ganze Zeit geschwätzt hat.

 

Wicky: Und was noch?

 

Johann: Ei natürlich auch, dass wir jetzt jeden Morgen, wenn es bei uns im Stall hell wird, die Stallgasse viel scheener als früher aussieht. Das ist jetzt fast so wie in „Schöner Wohnen“. Et scheint, als hättest du dich noch gar nicht richtig umgeguckt. Immerhin haben da etlich Kinder und Leit einen halben Tag lang daran gemalt.

 

Wicky: Ich hann halt auf etwas Anderes geguckt bzw. gedacht: mir ist nämlich aufgefallen, wie viele andere Kinder, also net die aus dem HC und dem TH  mit ihren Familien zu uns komm sinn. Und ich hann et aach irgendwann offgenn zu zählen, wie viele Runden ich mit den Kleinen auf meinem Rücken rumgelaufen bin. Et waren einfach ziemlich viel Kinder, die reiten wollten. Und sogar paar Erwachsene, die ach mal so eppes Scheenes erleben wollten. Und außerdem, mein lieber Johann: hast du eigentlich die Kinder gesinn, die so scheen angemalt über den Bauernhof rumgelaaf sin. Und außerdem hann ich  auch gesenn, dass sich manche Kinder auch getraut hann, beim Uwe und beim Karsten  angeseilt an der Wand bis unter das Dach der Reithalle hochzuklettern.

 

Johann: Okay, das stimmt mein lieber Wicky. Ich habe tatsächlich nicht daran gedacht. Aber wir sind ja auch ein Team, wo es auf jeden Blickwinkel ankommt. Und was sollen wir auch noch schreiben? Krümel, du hast jetzt noch gar nichts gesagt!

 

Krümel: Okay, ich finde, wir müssen in der Zeitung auch schreiben, dass wir hier zwar in Wallerfangen im Haus Christophorus sind, dass wir aber ja auch mit dem TH in SB zusammen schaffen.

 

Hexe: Richtig und wichtig. Man merkt jo doch, woher du und Safira kommen…

 

Krümel: Und außerdem müsste da auch noch ein Bild in die Zeitung: nämlich wo die beiden Chefs vom HC und dem TH  Wicky wie  ein Tandem benutzt haben. Ja, dat hat net nur den beiden so richtig Spaß gemacht und lustig ausgesinn, sondern hat ja auch symbolisch viel ausgesagt.

 

Johann: Gute Idee Krümel! Haben wir dann alles oder kommt noch was dazu?

 

Wicky: Ei ich denk, man müsste noch schreiben, dass es allen Kindern und Erwachsenen an dem Tag sehr gut hier auf dem Bauernhof gefallen hat, dass die so viel gelacht hann und so gudd droff woren. Und dass es ja auch hier noch so gut geroch hat, so no roter und weißer Brotworst und no Schwenker und Kaffee.

 

Johann: Oh Wicky, du denkst aber auch immer ans Essen, aber dat muss ich dich jetzt doch gerade fragen: Willst du dann jetzt auf einmal kein Vegetarier mehr senn?

 

Wicky: Kein Angst, ich kann dich beruhigen Johann. Und außerdem sind ja am Daach no unserem Fest, 1000 frische Heuballen komm und die hann erst recht lecker geroch. Leider hat et Marion und et Karin aber gesagt, zuerst werden die alten gefressen und dann gibt’s erst die frischen.

 

Johann: Und noch mal meine Frage: fehlt do noch was?

 

Safira: Ei, 2 Sachen hätte ich noch bei zu steuern. Das eine ist, dass mir die Messe mit dem Wallerfanger Pastor gut gefall hat. Besonders aber, dass der net nur die Menschen, sondern auch uns mit Weihwasser besprengt hat. Jetzt sind mir ganz bestimmt aach so richtig gute katholische Mitarbeiter. Und wisst ihr, was mir auch noch aufgefallen ist? Also nää, ist Euch nichts aufgefallen? Aber mir: die Kinder und die Leit haben net nur fast den ganzen Dach ihr Freud und ihren Spaß gehabt. Aber  et war aach nirgendwo wat durcheinander komm, oder Uwerrasch oder Buddick. Noch nicht einmal irgendwo ist ein Stückchen Papier oder sonst was rumgetrollt. Und auch die Raucher hann wirklich darauf geachtet, nur an der richtigen Stelle zu rauchen.

 

Johann: Dat stimmt und wo du Recht hascht, hasch‘ de Recht. Das halten wir auch so fest. Wir leben ja hier ganz gudd im Grünen und in der Natur. Deshalb hann die ja auch alle Leit net mit dem Auto kommen lassen, sondern alle unsere Besucher und Gäste sinn von Wallerfangen aus mit den HC-Bussen hierher transportiert worden. Das fällt mir gerade noch ein.

 

Hexe: Und dann könnten mir noch schreiben, dass wir zwar froh waren, dass ma so viel Glück mit dem Wetter hatten, den ganzen Dach nur blauer Himmel und scheen warm. Dass dat Fescht zwar ganz schön anstrengend war, jedoch so richtig tierisch gudd. Und dass wir uns jetzt auch darauf freuen, wenn jetzt der Alltag wieder so richtig losgeht…..

 

Und damit soll das  ungewöhnliche Teamprotokoll auch enden. Dass da auf dem Tonband auch öfters ein fröhliches Wiehern und ein zufriedenes Schnauben zu hören waren, kann sich vermutlich jeder Leser und jede Leserin vorstellen.

Um die Authentizität der Teambesprechung zu wahren, habe ich nicht alles ins Hochdeutsche transkribiert. Schwierig wäre das ja auch alleine schon deshalb, weil es sich bei den Teilnehmern um eine bunte Gruppe von Isländern, Norwegern und einen Noriker handelt, die aber alle durchweg als waschechte europäische Saarländer durchgehen.

Und außerdem: … ich kann  natürlich  garantieren, dass es sich hierbei nicht um FAKE NEWS handelt.

 

Wolfgang Jacob (Text und Fotos)